Montag, 30. November 2009

Kassenverhandlungen, die Erste!

Heute ist es soweit! Die Honorarverhandlungen zwischen Wiener Ärztekammer und Wiener Gebietskrankenkasse gehen in die erste Runde.

Ein paar Stunden müssen wir uns aber noch gedulden. Die Verhandlungen starten heute Abend um 19.00 Uhr! Die Spannung steigt, ich freue mich darauf, Ihnen meine ersten Eindrücke live aus der Sitzung zu schildern. Seien Sie mit dabei, wenn es heißt: Kassenverhandlungen, die erste! ''(KP)
dieter gründorfer (Gast) - 16. Jun, 09:18

dr.med

Gesundheitspolitische Entscheidungen in der Jogurtrepublik


Dem Druck der Politiker folgend kam es am vergangenen Donnerstag zu einem Gespräch zwischen den Spitzenvertretern der Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft einerseits und Vertretern der Österreichischen bzw. Wiener Ärztekammer unter der Führung unseres Präsidenten Dr.Dorner andererseits.
Mit größtem Erstaunen mussten hellhörige Kollegen aus der Presse vergangenen Donnerstag erfahren, dass es zwischen den Spitzenvertretern der Kammer und der Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft zu einem „epochalen Verhandlungsergebnis“ am Heurigentisch gekommen sei. Nach monatelangem, festgefahrenen Verhandlungen mussten bei allen denkenden Menschen die Alarmglocken klingeln als ein über beide Ohren grinsender Präsident Leitl am nächsten Tag die frohe Botschaft metaphorisch verkündete statt einer verlangten Wurstsemmel einen Apfel und ein Jogurt noch dazu bekommen zu haben. Aber solche Aussagen entschlüpfen offensichtlich Funktionären wenn diese sich an unprofessionellen locations zu Verhandlungen setzen.
Die Weinseligkeit des Verhandlungsortes hat uns niedergelassenen Ärzten jedenfalls nicht gut getan.


Bei soviel Freude auf der Seite der Sozialversicherung der Gewerblichen Wirtschaft liegt der Verdacht nahe, dass da jemand über den Tisch gezogen wurde. Und wer war das bloß ? Es waren wieder einmal die niedergelassenen Ärzte deren Bereitschaft den vertragslosen Zustand diesmal wirklich solidarisch mitzutragen schändlich missbraucht worden war und deren Vertrauen in die Verhandler der Ärztekammern wiederum maßlos enttäuscht wurde.
Die gewaltigen Vorbereitungen, die diversen administrativen Umstellungen, der organisatorische Zeitaufwand und die vielen persönlichen Gespräche mit SVA Patienten sind völlig vergeblich gewesen und in keiner Relation zu diesem lächerlichen Verhandlungsergebnis welches uns jetzt als gesundheitspolitischer Meilenstein verkauft werden soll.

Bei aufmerksamer Durchsicht der von Leitl, Gleitsmann, Dorner und Wawrowsky am 10.Juni 2010 unterschriebenen Vereinbarung bzw in deren Anlage fällt auf, dass jene eigentlich in den meisten Punkten nur aus Absichtserklärungen besteht und in der Worthülsen und Anglizismen wie „Task force“ „Casemanagment“ „ best practise Beispiel “ ??? „ Disease Managment“ oder „Coach im Gesundheitssystem“ nicht über inhaltliche Mängel hinwegtäuschen können.

Die wenigen, für die niedergelassenen Ärzte relevanten konkreten Punkte sind:

III. Erhöhung der Tarife ab 1.6.2010 um 0,65% bis zum Inkrafttreten eines neuen Gesamtvertrages (1.1.2012), das bedeutet für 18 Monate !!! Ich glaube ich träume wohl ! Das soll ein Verhandlungserfolg sein ??? Welchem politischen Druck wurde hier zahnlos so plötzlich nachgegeben. Welche Interessen werden hier wirklich verfolgt ?
Die Interessen der niedergelassenen Ärzteschaft sind es nämlich definitiv nicht.

Labortarife um 22 % ab 1.6.2010 und weitere 5% ab 2011

Nirgendwo in diesem Papier ist von der ominösen 4% Anhebung der Honorare etwas zu lesen, die in diversen Aussendungen der Ärztekammer als Verhandlungsziel in Aussicht gestellt wurden.

Die für uns wesentlichen Details bleiben unerwähnt und unklar. Damit kann man sich nicht zufrieden geben
Bis Ende 2010 soll eine Endfassung eines neuen Gesamtvertrages erstellt werden. Man kann nur hoffen, dass die Erstellung dieses epochalen Werkes nicht wieder beim Heurigen geschieht. In Kraft treten wird dieser Vertrag dann ab 1.1.2012 . Aber bis dahin haben die Ärzte ohnehin alles wieder vergessen.

Der ganze Solidaraufwand der Ärzteschaft und dann dieses jämmerliche Verhandlungsergebnis ! Hier fehlt jede Verhältnismäßigkeit.

Ich fühle mich von der Kammerspitze getäuscht, in den von ihr selbst gesetzten Erwartungen betrogen und werde wenn ich es mir recht überlege das nächste Mal auch lieber zum Heurigen gehen anstatt solidarisch zu sein.

Die Art und Weise in der mit den Interessen der Pflichtmitglieder der Ärztekammer hier gespielt wird ekelt mich in zunehmenden Maße an.
Im Übrigen meine ich, dass unsere Spitzenverhandler besser als Präsident einer Joghurtrepublik eine Funktion einnehmen sollten als in unserer Ärztekammer. Mein Vertrauen haben sie jedenfalls verloren.


ein zutiefst enttäuschter
Dr. Dieter Gründorfer
1190 Wien

Christian Frank (Gast) - 21. Jun, 13:34

Sehr geehrter Herr Doktor Gründorfer,

wir bedauern sehr, dass Sie sich von Ihrer Standesvertretung zutiefst enttäuscht fühlen und wollen daher – mit der Hoffnung ein wenig Licht in diese Angelegenheit zu bringen – zu Ihrem Kommentar wie folgt Stellung nehmen:

Im Interesse aller beteiligten Parteien war es immer unser Ziel, den vertragsfreien Zustand so kurz wie notwendig zu gestalten. Bis zum tatsächlichen Verhandlungstag war von unserer Seite auch eine Einigung in nächster Zeit nicht absehbar, weswegen wir an die niedergelassenen ÄrztInnen die Empfehlung ausgesprochen haben, den vertragslosen Zustand trotz aller zu erwartenden Unannehmlichkeiten und dem daraus resultierenden organisatorischen Mehraufwand geschlossen zu unterstützen. Genau diese geschlossene Solidarität seitens der Ärzteschaft hat unserer Meinung nach zum raschen Einlenken seitens der SVA geführt. Nachdem im Rahmen der Verhandlungen seitens der SVA ein annehmbarer und zukunftsträchtiger Vorschlag für eine Einigung vorgelegt wurde, waren wir im Interesse aller Parteien sehr daran interessiert, den vertragslosen Zustand nicht krampfhaft aufrechtzuerhalten. Wir sind uns der für alle KollegInnen entstandenen Unannehmlichkeiten bewusst und wollen uns an dieser Stelle auch nochmals für das entgegengebrachte Vertrauen bedanken.

Die von Ihnen angesprochenen Punkte, auf die wir nachstehend noch näher eingehen, mögen auf den ersten Blick – vor allem ohne weitere Hintergrundinformation – wie von Ihnen interpretiert „lächerlich“ aussehen. Das ist aber keineswegs der Fall:

Die 4 % Anhebung der Honorare für alle niedergelassenen ÄrztInnen ergibt sich durch die Absenkung der Labortarife um 22 %. Bitte rechnen Sie ihren neuen Punktewert ehestmöglich nach deren Veröffentlichung nach und Sie werden feststellen, dass er exakt um 4% rückwirkend per 1.6.2010 erhöht wurde.

An der Endfassung des Gesamtvertrags wird bereits seit der Einigung am 10. Juni 2010 intensiv auf Büroebene auf beiden Seiten unter Berücksichtigung aller wichtigen juristischen und standespolitischen Themen gearbeitet. Die entsprechenden Tarife werden nach Konkretisierung in den nächsten Wochen umgehendst übermittelt.

Zusätzlich konnte eine monatliche Abrechnung der Honorare mit der SVA ab 2011 erreicht werden, welche zu einer Erhöhung der Liquidität in unseren Ordinationen beitragen wird. (Analog VAEB, BVA).

Das von der SVA vorgeschlagene „Call- und Recall-System“ kann nach entsprechenden Pilotprojekten einen Meilenstein im Bereich Präventionsmedizin bedeuten. Für viele ÄrztInnen kann und wird das einen höheren Anteil an PatientInnen im Bereich Vorsorgeuntersuchungen darstellen. Ein Punkt, den wir als Standesvertretung im wirtschaftlichen Interesse der Ärzteschaft sehr begrüßen, da der Trend immer mehr in Richtung zusätzlicher Vorsorgemedizin geht.

Es ist richtig, dass an der Umsetzung eines patientenorientierten Versorgungssystem mit leistungsadäquater Honorierung in den nächsten eineinhalb Jahren mit Vertretern der SVA und Vertretern der Ärztekammer unter Berücksichtigung der für die Ärzteschaft wichtigen Punkte und Prinzipien wie z.B. absolute ärztliche Therapiefreiheit, individuelle Behandlung des Einzelnen sowie Ablehnung eines rein ökonomisch orientierten Verrechnungsmodells, gearbeitet wird und eine Implementierung in einen neuen Gesamtvertrag ab 1.1.2012 angedacht wird.

Wir hoffen sehr, dass die oben genannten Informationen ein wenig mehr dazu beitragen, die Vorgehensweise Ihrer Standesvertretung zu verstehen. Für allfällige Fragen stehen wir gerne zur Verfügung: http://www.aekwien.at/index.php/aerztekammer/ihre-ansprechpartner/kurie-niedergelassene-aerzte

Herzlichst,
Christian Frank,
Manager Kurie Niedergelassene Ärzte, ÄK Wien

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